Haushaltsrede 2018 des SPD-Fraktionsvorsitzenden

Wunschhaushalt

Haushaltsrede des SPD Fraktionsvorsitzenden Klaus Stieringer anlässlich der Verabschiedung der Haushaltspläne der Stadt Bamberg und der von ihr verwalteten Stiftungen für das Haushaltsjahr 2017 am Mittwoch, 13. Dezember 2017 um 16.00 im Spiegelsaal der Harmonie, Schillerplatz
- Es gilt das gesprochene Wort –

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Starke,
sehr geehrter Bürgermeister Dr. Lange,
sehr geehrter Bürgermeister Metzner,
werte Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtrat,

lassen Sie mich die spannendste Frage gleich zu Beginn meiner Ausführungen beantworten:
Ja. Die SPD Stadtratsfraktion stimmt dem Haushaltsentwurf zu. Weil er, in tiefer Verneigung und in Anlehnung vor den Leistungen des prominentesten Geburtstagskindes des heutigen Tages, Paul Maar, zum einen viele Wünsche der Stadtgesellschaft erfüllt und zum anderen noch genug Wunschpunkte für die kommenden Jahre übrig lässt.

- Anrede -

Der SPD Politiker Hermann Schmitt Vockenhausen sagte einmal:

„Städte sind der eigentliche Ort der Wahrheit, weil sie der Ort der Wirklichkeit sind.“


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch das Jahr 2017 war bestimmt vom dem Gefühl, dass wir in unsicheren Zeiten leben, das immer weniger planbar ist und wir feststellen müssen, dass das Leben, immer wenn wir der Meinung sind die Fragen auf komplexe Antworten zu kennen, einfach die Frage ändert.

Vieles hätten wir uns bei unseren Haushaltsreden im vergangenen Jahr nicht vorstellen können:

Brexit, Trump, Putin, Nordkorea, Jamaikakoalition, Barcelona, Rechtsruck in Europa, Unabhängigkeitstendenzen, zunehmender National- und offener Rechtsextremismus und Kleinstaaterei, Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag und und und …

Diese wenigen Stichwörter zeigen, dass wir in besonderen Zeiten leben. In unruhigen Zeiten.

Und wenn wir ehrlich sind, müssen wir auch festhalten, dass die zurückliegenden Bundestagswahlen, trotz einer deutlich höheren Wahlbeteiligung und einem guten Abscheiden der roten und grünen Kandidaten, genau genommen keine wirklichen Gewinner, jedoch viele Verlierer in Bamberg hatte.

Und damit meine ich nicht den zweistelligen Verlust unseres bisherigen CSU Stimmkreisabgeordneten Thomas Silberhorn.  

Ich meine vielmehr die Tatsache, dass die AfD mit ihren ausländerfeindlichen Thesen, ihren rassistischen Äußerungen und populistischen Phrasen im Wahlkreis Bamberg auf fast 13% gekommen ist. Hier sind wir alle Verlierer und gleichermaßen gehalten nicht der Versuchung zu erliegen die Stimmungsmache der Rechten mit noch lauterer Stimmungsmache, mit noch mehr Angst und noch mehr Verunsicherung der Bevölkerung zu begegnen.
Anrede

Es ist uns allen nicht gelungen vielen Menschen zu vermitteln, dass auf komplexe Fragen und Themen kaum einfache Antworten zu geben sind.

Wir müssen den Menschen signalisieren, dass wir im gemeinsamen Ziel einer lebens- und liebenswerten Stadt Bamberg – für alle Menschen unabhängig ihrer Herkunft und Verweildauer – gleichermaßen einig sind und das wir uns trotzdem, vielleicht auch gerade deshalb, in der Sache hart und leidenschaftlich streiten dürfen.

Es ist die Aufgabe der Politik, und insbesondere der Kommunalpolitik, deren wirken die Menschen unmittelbar erfahren, erleben und fühlen können, Orientierung und Sicherheit zu geben.
 
Aber wir müssen auch zuzugeben, dass es aktuell oft mehr Fragen als Antworten gibt.

- Anrede -

Beim Bamberger Wettstreit um neue Titel, Meisterschaften und Erfolge hatte, zumindest beim Wettbewerb „Wort des Jahres“, der Begriff „Prekariat“ von meinem geschätzten Kollegen Helmut Müller ganz klar die Nase vorn.

Aber Helmut Müller, um es an dieser Stelle ganz deutlich zu sagen -  hat eben nicht nur ein bislang von den meisten eher unbeachtetes Wort aus seinem Schattendasein befreit, sondern er hat auch persönlich maßgeblich dazu beigetragen, dass diese GroKo auch in diesem Jahr konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten konnte.

Bamberg hat in vielen Bereichen eine Vorbildfunktion: Beim Bier, beim Basketball, bei der Kultur und eben auch bei der GroKo.

Das Beispiel Bamberg zeigt deutlich auf, wie erfolgreiche eine GroKo arbeiten kann, wenn persönliche Eitelkeiten zurückgestellt werden können, Inhalte wichtiger sind als Posten, Erfolge anderer anerkannt werden,  Vorschläge die nicht aus den eigenen Reihen kommen nicht automatisch niedergeschmettert werden, wenn man sich nicht nur der Verantwortung gegenüber seiner Partei, Fraktion und vermeintlichen Klientel, sondern insbesondere auch gegenüber der Gemeinschaft bewusst ist. Dann klappt eine GroKo sogar ganz hervorragend.

- Anrede -

Dieser Haushalt trägt – wie schon seit vier Jahren – die Handschrift der GroKo und somit auch – zum Glück – die Handschrift der SPD Stadtratsfraktion.

Es mag etwas dem Naturell und sicherlich sehr viel mehr der einstmals glorreichen Vergangenheit seiner Partei geschuldet sein, dass mein Kollege Helmut Müller die Erfolge unserer Politik weniger mit der GroKo, sondern mehr mit der eigenen Fraktion in Verbindung bringt.

Das darf er, muss er vielleicht sogar, wenn man die internen Strukturen der Kollegen berücksichtigt. Schließlich wird seine Rede und Redebeiträge nicht nur vom politischen Herausforderer, sondern insbesondere innerhalb der eigenen Partei sehr kritisch verfolgt.

Diese GroKo war und ist keine Liebeshochzeit, sondern vielmehr eine Vernunftsehe. Damit fehlt oftmals etwas die Romantik und die Leidenschaft, dafür ist man sachorientierter und manchmal sogar vernünftiger.

Ja. Regelmäßig fliegen die Fetzen - weil hier nicht nur Menschen zueinander gefunden haben, miteinander arbeiten müssen, sondern komplexe Systeme, Fraktionen eben, mit eigenen Motivationen, Zielen und Befindlichkeiten.
Trotzdem hat es die GroKo aus SPD, CSU, BuB und FDP auch in diesem Jahr wieder geschafft bei den entscheidenden Fragen zusammen zu arbeiten. Zum Wohle der Stadt, der Menschen und unserer wunderbaren Stadtgesellschaft.

Mit unseren Entscheidungen und Anträgen – auch in diesen Haushaltsberatungen - tragen wir dazu bei in unsicheren Zeiten Vertrauen zu  vermitteln und geben nicht nur den Menschen, sondern auch der Verwaltung mit unserem SPD Oberbürgermeister an der Spitze, Handlungs-, Planungs- und Gestaltungsicherheit.

Dieser, um bei dem heutigen Geburtstagskind zu bleiben,

„Wunschhaushalt“

ist Ausdruck davon, dass Bamberg nicht nur fiskalisch, sondern auch politisch auf sicheren Beinen steht.

Der Stadthaushalt 2018 profitiert dabei von einer weitsichtigen, vernünftigen und sachbezogenen Politik der vergangenen Jahre und davon, dass wir, passend zum Thema, auf finanziell belastende Wunschkonzerte in der Vergangenheit verzichtet haben.
Die Mitarbeiter der Verwaltung, die Stadtspitze und der Stadtrat haben – oftmals auch im breiten Konsens – die Grundlagen dafür gelegt, dass es Bamberg – im Vergleich zu nahezu allen anderen Kommunen – gut geht.
Aber.  Die Themen, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir uns auch in diesem Jahr beschäftigt haben, werden nicht nur komplexer, sondern auch mehr.  

Das wir die Vielzahl von Herausforderungen trotzdem meistern, ist auch in diesem Jahr wieder der Leistungsfähigkeit, Professionalität und Teamfähigkeit unserer Verwaltung zu verdanken.

Großbaustellen, wie beispielsweise die Kernsanierung des Klosters Michaelsberg, welche man zweifelsohne als Maßnahme mit historischer Bedeutung und Dimension für die Stadt Bamberg bezeichnen darf, wären ohne das „B-Team“ (dabei ist es egal ob B für Bamberg oder Bertram Felix steht) weder finanziell, noch fachlich oder personell zu stemmen.

Zu groß wäre die Vielzahl an möglichen Unwägbarkeiten, die finanziellen Risiken und bautechnischen Herausforderungen.

Was hierbei nur schade ist, dass diese herausragende Leistung – eben weil sie nahezu fehlerfrei und damit auch abseits unserer kommunalpolitischen Wahrnehmung verläuft – oftmals viel zu wenig gewürdigt wird.     

Ohne diese Verwaltung, wäre die Arbeit des Ehrenamtes nur schwer möglich.
Deshalb an dieser Stelle auch vorab der DANK der SPD Stadtratsfraktion an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und natürlich insbesondere an das Team von Bertram Felix, der – gemeinsam mit seinem Team – mit Ingmar Ermold, Nicole Werlich, Clarissa Emmerling, André Engert, Monika Erlacher, Fabian Utzmann – trotz der weiterhin angespannten Haushaltslage und der oftmals schwer kalkulierbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen hervorragenden Job geleistet haben.
Für sage ich DANKE!

- Anrede -

Der gemeine Stadtrat muss heute ausgewiesener Experte für Bahn- und Streckenangelegenheiten sein. Er muss sich im Straßenverkehrsrecht genauso auskennen, wie in Flugverkehrsfragen.

Er ist Stadtplaner, Gärtner, Lebensmittel- bzw. Schadstoffexperte, Architekt, Finanz- und Veranstaltungsexperte und auch kennt sich auch bei allen Fragen rund um das Thema soziale Stadt, soziale Sicherheit und der allgemeinen Flüchtlingspolitik aus.  

Kurz: Die Aufgaben gegenüber dem Ehrenamt wachsen zunehmend und bringen viele Kolleginnen und Kollegen oftmals an den Rand ihrer körperlichen und auch zeitlichen Belastungsfähigkeit.

Deshalb warne ich auch eindringlich vor einer Überforderung des ehrenamtlichen Stadtrates, weil sich die Menschen in unserer Stadt darauf verlassen, verlassen müssen, dass sich die von Ihnen gewählten Vertreterinnen nicht nur für ihre Interessen und zu ihrem Schutz einsetzen, sondern auch im gleichen Umfang ihrer Kontroll- und Überwachungsfunktion nachkommen können.

Am heutigen Tag verabschieden wir einen Haushalt der Wünsche, weil er – wie kaum ein anderer Haushalt zuvor – der Stadt und den Menschen eine Vielzahl von Wünschen ermöglicht und somit auch viele neue Perspektiven eröffnet! Es ist im Übrigen der erste Haushalt, dessen Gesamtvolumen mit 301,1 Mio € erstmals die 300 Mio. € Grenze überschreitet.

Mit der finanziellen Beteiligung der Stadt an der Sandkerwa, haben wir den überwiegenden Wunsch aus der Stadtgesellschaft aufgegriffen, dass es im Jahr 2018 wieder eine Sandkerwa geben wird. Die SPD Fraktion hat grundsätzliches Verständnis für die kritische und ablehnende Haltung anderer Fraktionen, jedoch betrachten wir diese Investition als Grundlage für eine dauerhafte Absicherung von Bambergs wichtigstem Volksfest und somit auch in die Lebensqualität unserer Stadt.

Die Sandkerwa ist für die SPD Stadtratsfraktion mehr als nur ein Volksfest, sie ist ein Gefühl. So etwas wie Weihnachten, an dem man sich mit Freunden, Kollegen und lieben Menschen trifft.

Wir erwarten aber auch, dass sich die Sandkerwa zukünftig finanziell selber trägt und verstehen deshalb den Betriebskostenzuschuss auch nur als stabilisierenden Rettungsschirm.    

Die SPD Stadtratsfraktion bekennt sich auch ganz klar zum Basketballstandort Bamberg und erfüllt, mit der finanziellen Beteiligung der Stadt an einer Grundlagenuntersuchung, nicht nur den Wunsch vieler Fans von Freak City, dass auch zukünftig europäischer Basketball gespielt wird.

Hierbei ist uns das wo allerdings nicht egal. Deshalb freue ich mich, dass der Antrag der SPD Stadtratsfraktion, einen neuen Hallenstandort auf Bamberg zu beschränken, über alle Fraktionen hinweg eine breite Mehrheit gefunden hat.

Die Vorstellung von Metro Baskets, die in Fürth ohne unsere Fans spielen, hat mit unseren Überzeugungen und unseren Wünschen für den Bamberger Basketball wenig bis nichts zu tun. Auch wünschen wir uns, im Vorfeld einer neuen Halle, ein schlüssiges Nutzungskonzept für die bestehende Halle.
   
Auch die Wünsche der Wirtschaft bleiben in diesem Haushalt nicht unberücksichtigt. So erwartet die SPD Stadtratsfraktion durch die  technischen Aufrüstung des Sonderlandeplatzes an der Breitenau bessere Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Bamberg.

Mit der zukünftigen Instrumententauglichkeit gibt es, insbesondere für die großen Unternehmen in der Region, eine bessere Planungssicherheit für ihre eigenen Werksflüge.

Die SPD Stadtratsfraktion wünscht sich allerdings auch, dass es durch die Ertüchtigung des Sonderlandeplatzes NICHT zu einer größeren Flugmehrung oder gar zu einer Lockerung des Nachtflugverbotes kommen darf.     
Mit der Freigabe finanzieller Mittel für die Überplanung der heutigen AEO, kommen wir nicht nur den Wünschen der Menschen in Bamberg Ost, sondern in ganz Bamberg nach. Ihr Wunsch, dass die AEO schon in wenigen Jahren für die Stadtentwicklung und somit für die Schaffung von zusätzlichem Wohn- und Lebensraum genutzt werden kann, ist bei uns auf offene Ohren gestoßen.

Wir setzen mit unserem Antrag heute ein deutliches Zeichen dafür, dass die AEO – wie mit dem Freistaat vertraglich vereinbart – bis 2025 aufgelöst wird. Und das ist kein Wunsch, sondern fester Wille!
Die SPD Stadtratsfraktion wünscht sich aber schon jetzt, dass bereits ab dem kommenden Jahr freistehende und zukünftig freiwerdende Flächen auch vorzeitig zur Wohnungsnutzung an Stadt übereignen werden können.

Genauso entschlossen, wie der Stadtrat vor wenigen Jahren seine Hilfe angeboten hat, als 10.000 Menschen täglich an den Grenzen unseres Landes standen, werden wir jetzt darum kämpfen, dass die Obergrenze von 1500 Flüchtlingen in der AEO nicht überschritten wird.

Auch das ist ein gemeinsamer Wunsch.

Und. Wir erinnern uns an das Zitat des Erzbischofs Camara: "Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit."  

Das wünschen wir uns sowohl zum Wohle der Menschen die in unserem Land Sicherheit und Schutz suchen und dabei auf erfolgreiche Integration angewiesen sind,  als auch für die Menschen die schon jetzt mit den Auswirkungen der CSU Flüchtlingspolitik an ihrer Haustür und Nachbarschaft zu kämpfen haben.

Auch diese Menschen müssen wir hören und ihre Wünsche ernst nehmen, weil sie ein Teil unserer Stadtgesellschaft sind.  
 
Nach wie vor ist die Bamberger Konversion für die SPD Stadtratsfraktion eine Erfolgsgeschichte, weil dort viele unserer Wünsche in Erfüllung gegangen sind und neben der Ansiedlung der Bundespolizei auch günstiger Wohnungen in der Pins Area geschaffen werden konnte.

Mit dem Kauf der Offizierssiedlung und der Lagarde Kaserne werden nunmehr die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in den kommenden Jahren bis zu 1000 weitere Wohnungen neu geschaffen werden können, und somit die Wünsche vieler Menschen in und um Bamberg erfüllt werden können.

Schon jetzt werden die ersten 400 Wohnungen geplant, damit sie bis 2021 auch entwickelt werden können.

Die Entwicklungen auf der früheren Lagarde Kaserne geben uns guten Grund zu der Annahme, dass sich auch hier die Wünsche vieler Menschen erfüllen werden, dass aus Bamberg Ost zukünftig ein innovativer Stadtteil mit kulturellem Schwerpunkt entwickelt werden kann.  

Wir werden dem Wunsch der Menschen in unserer Stadt nachkommen verstärkt in Kinder und Schulen zu investieren. Nachdem sich langsam eine breite Mehrheit in Stadt und Landkreis abzeichnet, dass das Dientzenhofer-Gymnasium in der Stadt bleibt – im Übrigen auch ein Wünsch der Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleitung – geben wir in diesem Haushalt über 32 Millionen Euro für unsere Schulen aus.

Mit unserer Verpflichtungsermächtigung von 2 Millionen für die Dreifach-Turnhalle der Graf-Stauffenberg-Schule ist jetzt auch die Generalsanierung mit einem Volumen von 10 Mio. € gesichert.

Mit 10.000 Euro wird zudem die Schulwegsicherheit im kommenden Jahr optimiert und weitere 41.000 Euro in IT Ausstattungen unserer Schulen investiert.  
Mit der Kita Offensive der GroKo haben wir bereits im letzten Jahr auf die Wünsche vieler Eltern nach zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen reagiert. Auch in diesem Haushalt investieren wir wieder 17,6 Millionen Euro in Kitas und geben insgesamt über 68 Millionen Euro für Soziales aus.

Allen Bedenkenträgern zum Trotz wird auch der kommende Haushalt dem Verkehr, insbesondere dem Fahrradverkehr, wieder neue Impulse geben, indem Straßen saniert, Fahrradwege geschaffen und Brücken gebaut werden können.

Insgesamt investieren wir im kommenden Jahr 9,4 Millionen Euro in den Bereich Verkehr. Davon alleine 1 Mio. € für den Regensburger Ring, 800.000 € für die Franz-Fischer-Brücke und 500.000 Euro in den Radweg Pödeldorfer Straße. Mit unserem „Schlaglochantrag“ sollen im kommenden Jahr besonders betroffene Gebiete, wie zum Beispiel die Brennerstraße, saniert werden können.

- Anrede -

Bei der Vielzahl von angekündigten und laufenden Bürgerbeteiligungen müssen wir darauf achten, dass wir uns durch – grundsätzlich lobenswerte Interessen – nicht zu große Fesseln anlegen lassen, um auch zukünftig die Handlungsfähigkeit des Stadtrates abzusichern und auch die Vielzahl von weiteren Bürgerwünschen entsprechen zu können.

Viele Wünsche aus der Bevölkerung können mit diesem Wunschhaushalt berücksichtigt werden:

So soll mit 25.000 Euro das Raumklima in der VHS verbessert werden, ein Inklusionsbüro mit 17.500 Euro errichtet werden, der Troppauplatz mit 10.000 neu gestaltet werden, der Volkspark mit 55.000 Euro aufgewertet werden und der Integrationsfonds mit zusätzlichen 25.000 Euro ausgestattet werden.
Auch Für Veranstaltungen des Bündnisses gegen Rassismus und Extremismus gibt es einen Zuschuss von 3ooo Euro sowie für das Projekt der „Pädagogische Schulgärten“ und das „Projekt Schüler bilden Zukunft“ jeweils 5000 Euro.

Wenn man den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt als Pflicht betrachtet, sind die freiwilligen Leistungen oftmals die „Kür“ eines Haushaltes. Damit eine Stadtgesellschaft wie in Bamberg, mit der Vielzahl ihrer Initiativen, Projekten und Vereinen auch unterstützt werden kann, gibt die Stadt auch in diesem Jahr wieder die beeindruckende Summe von 16,2 Millionen Euro aus.

Dieser Haushalt kann vielen, jedoch nicht allen Wünschen gleichermaßen entsprechen. Er legt jedoch die Grundlage dafür, dass es – soweit es in unserer Macht steht – auch in den kommenden Jahren gut gehen wird.

Er darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bereits heute vor ganz neuen Herausforderungen stehen:

Zum einen steht die Bahn, wie ein Schreckgespinst, vor den Toren unserer Stadt und wartet auf Einlass, zum anderen steht unserer – noch – lebendigen Wirtschaft bei ihrem zunehmenden Kampf um junge Menschen, um qualifizierte Mitarbeiter, harte Zeiten bevor.

War es früher der Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit, dessen Zweck oftmals viele Mittel geheilt hat, wird es ab sofort der Kampf um junge Menschen sein, um die wirtschaftlichen Erfolge unserer Stadt nachhaltig zu sichern.

Den Spagat den wir dazu benötigen besteht in der Kunst einer Stadt für die ältere Generation interessant und für die junge Generation sexy sein.

Der demografische Wandel hat schon jetzt dazu geführt, dass wir – zumindest statistisch - bereits heute Vollbeschäftigung haben.  

Jetzt muss wird es unsere gemeinsame Aufgabe unser gemeinsamer Wunsch sein, nicht nur die Grundlagen dafür zu schaffen, dass sich junge Menschen für die Stadt interessieren, sondern auch dafür Sorge zu tragen, dass das heutige Einkommen auch zum Leben reicht.

Denn Armut, liebe Kollegen, zeigt sich heute in ganz neuen Gewändern. War es früher insbesondere die Arbeitslosigkeit, die die Menschen in Armut getrieben hat sind es heute oftmals die Lebenshaltungskosten, die die Menschen, trotz Arbeit, in der Armutsspirale festhalten.  Hier gilt es wachsam zu sein!

- Anrede -

Zum Schluss meiner Rede darf ich mich noch einmal bei den Bambergerinnen und Bambergern bedanken, die durch ihre Wünsche, Hinweise und Ideen, insbesondere durch ihre aktive Mitarbeit unsere Arbeit nachhaltig unterstützt haben.

Ganz persönlich bedanke ich mich bei meinen SPD Fraktionskolleginnen für die konstruktive, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit und insbesondere meinem Stadtratskollegen, Heinz Kuntke, für seinen große Unterstützung in diesen schwierigen Haushaltsberatungen.

Ihnen, Herr Oberbürgermeister, und den Herren Bürgermeistern danke ich für die anhaltend gute Zusammenarbeit.

Insbesondere unser SPD-Bürgermeister Wolfgang Metzner hat sich fest im gesellschaftlichen Leben der Stadt etabliert und trägt, mit seiner herzlichen und sympathischen Art unmittelbar dazu bei, die Politik des Stadtrates den Menschen näher zu bringen und Vertrauen aufzubauen.
Bei den Mitarbeitern der Stadt bedanke ich mich dafür, dass sie uns Stadträte immer tatkräftig unterstützt und damit ermöglicht, dass wir – die wir ja in vielen Dingen Laien sind – unserer Verantwortung gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern gerecht werden können.
Bedanken darf ich mich schließlich bei allen Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen für die konstruktive Zusammenarbeit.
Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, haben wir bei den wichtigsten Themen des Jahres 2017 – wieder einmal – ergebnisorientiert und erfolgreich zusammengearbeitet.  Anrede Achten Sie in den bevorstehenden Tagen insbesondere darauf, dass nicht die Weihnachtszeit über sie, sondern sie über die Weihnachtszeit bestimmen.

Und zum Schluss gestatten Sie mir noch ein Zitat von Paul Maar aus dem Buch „Das fliegende Kamel“:

„Nasreddin ging am Ufer eines Flusses spazieren.
Da sah er auf der anderen Seite einen Freund, der dort spazieren ging. Nasreddin winkte ihm zu.
Der Freund winkte zurück und rief: „Wie komme ich auf die andere Seite?“
„Du bist doch schon auf der anderen Seite“, rief Nasreddin.

Ob man mit dieser Einstellung jemals zueinander finden kann?

Also, ich wünsche mir mehr Brücken, die sich über Flüsse spannen und Menschen, die sie überqueren. Um sich zu begegnen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen im Namen der gesamten SPD-Stadtratsfraktion fröhliche, gesegnete Weihnachten und ein glückliches, erfolgreiches und natürlich starkes neues Jahr.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Klaus Stieringer

 

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